Weihnachten im Sommer

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Hallo alle zusammen,
ich hoffe ihr hattet einen wunderschönen Heiligabend und wurdet reich beschenkt, ob mit materiellen Geschenken, Glückwünschen oder einfach nur gemeinsame Zeit. Zeit, um der frohen Weihnachtsbotschaft zu lauschen, dem Duft von Zimt und Räucherkerzen nachzuhängen und gemeinsam mit den Liebsten zu essen und zu feiern.
Auch wir konnten hier ein gemütliches Weihnachtsfest erleben.
Dabei sah es vor zwei Wochen noch alles andere als weihnachtlich aus. Nach einer wilden Fussballpartie im Regen am Sonntag stand in der Woche ab dem 15.12. wieder Arbeit auf dem Programm. Doch leider konnten wir nicht so regelmäßig arbeiten, wie wir es uns erhofft hatten. So hatten wir am Montag die Nachtschicht, haben dann den Dienstag verschlafen, nur um dann am Mittwoch die 12h Tagschicht zu haben. In der Annahme, am Donnerstag wieder die Nachtschicht zu haben, sind wir bis morgens um 3 wachgeblieben, haben den Donnerstag verschlafen und sind am Nachmittag aufgestanden, fit für die Arbeit. Was waren wir erfreut, als der Hostelchef meinte, wir würden in der Tagschicht am Freitag arbeiten, also 3 Uhr früh aufstehen. Na super, also nach dem Aufstehen gleich wieder ins Bett :-/

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Weinfabrik von Innen
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busy worker 😉

Nach der Arbeit ging es dann an den Strand (wie gesagt, ohne Sand, sondern mit kleinen Kieselsteinen, aber man kann auf den Wiesen in der Nähe liegen und das Meer genießen). Und wir waren zum ersten Mal im Wasser, also zumindest Christopher und ich. Die Wellen sind monsterkrass, sehen vom Trockenen so klein aus, haben aber eine unglaubliche Kraft und sind, wenn man im Wasser steht, höher als man selbst. Allerdings sollte man nicht weiter als ein paar Meter ins Wasser, denn dann gehts steil nach unten und es besteht die Gefahr, weggespült zu werden. Aber schon auf den ersten Metern hast du Megaspaß 😀
Dann war endlich Wochenende und damit hatte diese verrückte Woche ein Ende, der Schlafrythmus war vollkommen hinüber.
Samstag wurde einfach gechillt, abends gabs ne Backpacker Christmas Party, sehr witzig, auch wenn einem das Alkoholverbot auf der Straße das ein oder andere Mal aufregt.

Sonntag haben wir dann Zimtsterne gebacken. Zimtsterne sind eine der Sachen, die ich an Weihnachten am Liebsten esse. Doch das deutsche Gebäck ist hier natürlich unbekannt, sodass wir selbst zu Schüssel und Schneebesen greifen mussten.

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die ersten eigenen Zimtsterne – die Zutaten sind übrigens alles andere als billig, aber es ist ja Weihnachten 🙂

Montag war dann geplant, ins Criterion (ein Hostel in der Nähe) zu fahren, wo wir uns mit Freunden verabredet hatten, um dort gemeinsam Weihnachten zu feiern.
Doch wir wären überrascht gewesen, wenn wir von weiteren Überraschungen verschont geblieben wären.
So stand am Montag kurz nach 8 (ja, da habe ich noch geschlafen 😉 ) der Chef im Zimmer und meinte, ob wir jetzt arbeiten wollen. Die aus der Weinfabrik hätten angerufen, sie würden spontan noch drei Leute mehr brauchen. Wie kann man denn spontan drei Leute mehr brauchen?? bei einem hätte ich es ja verstanden, aber drei?
naja auf jeden fall sind wir dann aus den Betten gehüpft und ohne ordentlich zu frühstücken losgefahren. Frühstück wurde dann einfach in der ersten Pause nachgeholt.
Nachdem wir also die Ankunft im Criterion von Montag auf Dienstag verschoben haben, erfuhren am Abend, dass auch am nächsten Tag noch Arbeiter gebraucht werden.
Da die Fabrik ab Mittwoch für zwei Wochen Pause macht, wollten sie ja um jeden Preis die restliche Arbeit schaffen.
Da uns der Hostelchef aber nicht früh um 4 Uhr zur Arbeit fährt (keine Ahnung warum!), haben wir uns seinen Van ausgeliehen und sind selbst gefahren. Also ich, und diesmal gabs keine Automatik, also hieß es schalten… mit LINKS 😀 naja man kommt ziemlich schnell rein, und ein wenig Gefühl im linken Arm habe ich ja 🙂
So dann war aber wirklich Schluss mit Arbeit und ein wenig erschöpft kamen wir am Nachmittag wieder im Hostel an, mit dem Plan, ins Criterion zu starten.
Doch dann wurden wir von Leuten aus dem Hostel gefragt, ob wir nicht Lust haben mit zum Lasertag spielen zu kommen. Da die anderen außerdem irgendwie keine Lust mehr hatten, die Sachen zu packen, haben wir die Ankunft ein zweites Mal verschoben und sind über 2h Lasertag spielen gegangen. Zu Acht haben wir die Map unsicher gemacht 🙂
Dann war der 24.12. gekommen und um 14Uhr hatten wir es auch endlich geschafft, im Criterion anzukommen. Es gab ein tolles BBQ am Strand, bei strahlender Sonne und Hitze, wenn auch immer stärker werdenem Wind. Aber so ist das nun mal am Meer 😉
Um kurz vor 19 Uhr habe ich mich mit Rica auf den Weg in eine anglikanische Kirche gemacht, um einen Weihnachtsfamiliengottesdienst zu erleben. Zusammen mit der Gemeinde ist man quer durch die Kirche gezogen, wo an verschiedenen Orten Station waren, die jeweis einen anderen Abschnitt der Ankunft Jesu symbolisierten. Die Kinder haben Musikinstrumente bekommen und haben an verschiedenen Stellen ordentlich Stimmung gemacht. Zwischen den Stationen konnte man Papierfussspuren, mit einem Wunsch versehen, auf dem Boden verteilen.
Es wurde auch viel gesungen, einige der Lieder kannte man sogar 🙂 so wurde „Stille Nacht“ und „Herbei oh ihr Gläubigen“ gesungen, natürlich in Englisch, aber ich kannte wenigstens die Melodie 🙂 Auch die Weihnachtsgeschichte und Abendmahl gabs, und wir haben Knicklichter bekommen, mit denen ein riesiger leuchtender Kreis gebildet wurde.
Für die Witzigste Aktion hat der Pfarrer selbst gesorgt, indem er vorne stand und während eines Liedes einfach sein Smartphone zückte und von der Gemeinde ein paar Bilder gemacht hat 😀

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anglikanische Kirche, es gab auch einen großen Weihnachtsbaum, der war allerdings auf der hinteren rechten Seite und daher nicht im Bild

Nach dem Gottesdienst war es immer noch taghell (sehr komisches Gefühl 🙂 ).
Es ging zurück ins Hostel, wo der Abend gemeinsam gemütlich im großes Wohnzimmer des Hostels verbracht wurde.

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Wohnzimmer am nächsten Morgen

Gegen Mitternacht sind wir dann Richtung Strand, wo Max ein kleines Lagerfeuer gemacht hat. Zusammen mit Teelichtern, Meeresrauschen und einer Flasche Wein wurde der Heiligabend ausgeklungen.

Ach wir haben übrigens am Ende von der Fabrik Wein geschenkt bekommen, der war sogar ziemlich gut. Also ich werd hier wohl zum Weißweintrinker 😉

Am nächsten Morgen, dem ersten Weihnachtsfeiertag, stand ein Weihnachtsfestessen auf dem Programm. Hierbei sollte jeder etwas kochen, backen oder zubereiten, was aus seinem Land kommt oder traditionell zu Hause gemacht wird. Zusammen mit Max habe ich mich dazu entschieden, für einen leckeren Nachtisch zu sorgen und ein weiteres Mal Zimtsterne zu backen. Das Essen wurde ein voller Erfolg, von etwa 30 Hostelleuten gab es Salate, Fleisch und verschiedene andere Sachen. Als Nachtisch folgten dann Kuchen und Zimtsterne. Und in aller Bescheidenheit: unsere Zimtsterne sind echt gut geworden 😉 Also nächstes Jahr beim Familientreffen, da wisst ihr was ansteht 😀
Am Nachmittag haben wir uns wieder an den Strand gelegt und sind in die Wellen gehopst, es ist, außer wenn der Wind sehr stark ist, sowas von warm, voll komisch 🙂
Abends gab es dann ein richtiges Lagerfeuer, also ein größeres mit mehr Holz und auch mit mehr Leuten. Gitarre gezückt, Smartphone gezückt (wo kriegt man denn sonst den Liedtext her? 😉 ) und los gings mit Lagerfeuerliedern. Ein schöner Abschluss eines entspannten Weihnachtsfestes.
Als dann irgendwann die Gitarren verstummten und die meisten gegangen waren, wurde eine etwas andere Musik angemacht.
So krass, wenn du am 25. Dezember neben einem Lagerfeuer liegst und bei Linkin Park und Meeresrauschen die Sternschnuppen am Himmel zählst.
Zurück im Hostel gab es dann sogar noch eine kleine Pokerrunde und damit endete der erste Weihnachtsfeiertag in Neuseeland.

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Lagerfeuer am Strand 🙂

Ich bin sehr froh das alles hier erleben zu dürfen, die Leute sind so cool drauf und ich genieße bei aller Sehnsucht die großen Unterschiede zur Weihnacht daheim.
Immer wieder merke ich, dass es jetzt genau das Richtige war, einfach mal für ein Jahr raus aus Deutschland, die Welt erleben und genießen.
Dennoch… ich freue mich auf Weihnachten nächstes Jahr 😀

Damit alles Gute,
Arvid

 

PS: Bilder sind diesmal alle mit Handy gemacht, weil ich meine Kamera nicht dauernd mit rumgeschleppt habe, also nicht wundern wegen der Qualität 🙂

  1. Anna

    Die Kirche sieht irgendwie toll aus ( von innen )
    MMmh wenn man die Zimtsterne sieht kriegt man glatt Hunger !! 🙂
    Viel Spaß noch
    Anna

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