Skydive

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„Man sollte viel öfter einen Mutausbruch haben!“

Kein Plan von wem das ist…

 

Hallo ihr Lieben,

wie schon im letzten Artikel angekündigt, bin ich aus einem Flugzeug ausgestiegen. Aber nicht so gestreßt und hastig wie bei der Landung auf einem Flughafen, sondern gediegen und geschmeidig in der Luft, da ist der Andrang an der Tür nämlich nicht so hoch. Und weil man ja von der Aussicht auch noch etwas haben will, hab ich natürlich gewartet, bis das Flugzeug die 5km Flughöhe geknackt hatte. Dann einfach Tür auf und raus. Und ehe man sich versieht fliegt man im freien Fall durch den Himmel Neuseelands.
Doch vielleicht sollte ich etwas früher anfangen?

Aaaalso, skydiven hatte ich mir schon ziemlich früh vorgenommen, also als ich nach Neuseeland kam. Doch entgegen meiner Erwartung war ich nicht die Ausnahme. Im Gegenteil, skydiven gilt in Neuseeland eigentlich schon als Must-Do. Daher war ich auch fast der Letzte meiner Freunde, der ihn noch nicht gemacht hatte.
Max hatte ihn eine Woche früher gemacht, selber Ort, selbe Höhe, sogar der selbe Tandempartner 😀
So dann bin ich also Samstag (25.04.) auf der Südinsel gelandet. Die Stadt, in der die Fähre anlegt, nennt sich Picton. Von dort aus ging es dann in den Abel Tasman Nationalpark. Bilder und Berichte von der ersten Woche auf der Südinsel gibt es aber in einem extra Beitrag, hier soll es nur um den Skydive gehen.
Also ich hatte mir schon von vornerein vorgenommen, hier den Skydive zu machen, zum einen ist es einer der höchsten in Neuseeland und zum anderen soll die Aussicht grandios sein, bei guter Sicht kann man Nord- UND Südinsel sehen. Doch geplant war eigentlich am Sonntag, also war ich noch sehr entspannt am Samstag. Dann hieß es aber plötzlich, am Sonntag sei das Wetter zu schlecht, aber man könne es auf heute, in wenigen Stunden, vorverschieben. Man das war doch ziemlich kurzfristig, aber egal. Also ging es zusammen mit einem US-Amerikanischen Kumpel aus dem Straybus zum Flugplatz. Zettel ausgefüllt, Kleidung angezogen, Einweisung und Interview und schon saßen wir im Flugzeug nach oben.

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Bereiter geht nicht 😀
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Langsam wird das Land immer kleiner…

 

Ab einer Höhe von etwa 14000 Fuß (ungefähr 4300 Meter) mussten wir Sauerstoffmasken benutzen, weil die Luft zu dünn war. Der Anblick aus dem Flugzeug war der Hammer. Leider war es ziemlich bewölkt, sodass von der Landschaft nichts wirklich zu sehen war. Aber die Sonne hat sich auf den weißen Wolken gespiegelt,
während über dir klarer blauer Himmel ist. Einzigartig!
Dann ging es tatsächlich sehr schnell. Eben dachte man noch, der Flug dauert noch ewig (insgesamt 20 Minuten), dann wird plötzlich die Tür neben dir geöffnet, du drehst dich zur Kante und 2 Sekunden später fliegst du im freien Fall.
Die genaue Höhe betrug 16500 Fuß (16500ft= 5029.200m).

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Vorfreude 😀
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Nanu?…
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…wo ist…
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…der Boden?
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über den Wolken…
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…ist die Freiheit tatsächlich grenzenlos… und das Wetter immer schön 😀

Wie das Gefühl des freien Falles ist? Schwierig zu beschreiben. Komischerweise hatte ich kein einziges Mal Angst. Hab ich doch sonst manchmal mit Höhenangst zu kämpfen und selbst bei einem Drei-Meter-Turm kann ich nur deshalb entspannt runterspringen, weil mein Verstand die Angst besiegt. Doch hier war das gar nicht nötig.
Vielleicht lag es daran, dass mein Tandempartner bereits über 15.000 Sprünge hinter sich hat? Oder daran, dass man den Boden nicht sieht? Auf jeden Fall war es einfach nur geil!!!
Die Zeit des freien Falles lag zwischen 60 und 70 Sekunden, also über einer Minute. Wer jetzt denkt, dass man da ja unglaublich schnell ist, dem sei gesagt, dass der menschliche Körper nach etwa 7 Sekunden (hat dann etwa 200km/h) nicht mehr beschleunigt, da der Luftwiederstand die Fallbeschleunigung ausgleicht.
Auf jeden Fall war es ein unbeschreibliches Gefühl. Und dann hatte ich ja noch den Kameramann vor mir, der lauter Faxen gemacht hat 😀

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Naja und als ich dann unter der Wolkendecke war, hab ich zwar die Landschaft gesehen, aber du hast echt anderes im Kopf als zu schauen, ob du tatsächlich die Nordinsel siehst 😉

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Dann geht natürlich irgendwann der Fallschirm auf und es beginnt ein entspannter und zwischendurch auch turbulenter (wenn der Tandempartner dich in Spiralen fliegen lässt, fühlt sich dann fast wieder wie freier Fall an) Gleitflug mit dem Fallschirm. Leider hat mir aufgrund des schnellen Druckabfalls mein linkes Ohr wehgetan, aber das hat sich dann auf dem Boden sehr schnell behoben. Naja und die Landung war auch easy, musst ja selbst nix machen 😀

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Wer sich jetzt das Ganze so richtig schön vorgestellt hat, kann sich auch noch am Ende das Video dazu reinziehen. Mit ein paar lustigen Grimassen meinerseits 😀

 

 

4 Responses

  1. Kilian

    Der externe Kameramann kostet hier in Deutschland leider deutlich mehr Geld, weswegen ich nur die Egoperspektive hatte. Aber ich konnte beim Lesen gerade richtig mitfiebern, es macht soooo viel Spaß, sollten wir in Deutschland nochmal zusammen wiederholen 🙂

    • Arvid Aegerter

      Egoperspektive gabs hier nicht zur Auswahl. Aber ja, beim nächsten mal lasse ich das video weg und dann wirds deutlich billiger 😉

  2. Hannah Aegerter

    Da habe ich doch endlich nal gutes Internet gefunden, um mir das Video anzuschauen. Ich habe richtig Gänsehaut bekommen. Sieht atemberaubend aus!
    Nun bin wohl ich dran, die Fallschirmsprung-Ära in der Familie Aegerter fortzuführen. 😀
    Das mit deinem Englisch kann ich sehr gut nachvollziehen. Mein Englisch war wohl anfangs noch schlechter als deins, dafür muss ich durchweg diese Sprache sprechen, kaum deutsche Ausnahmen. Die Grammatik lernt man hier wohl nicht, die habe ich nur aus dem Unterricht mitgenommen. Sprechen habe ich jedoch wirklich erst in Kenia gelernt.
    Sei lieb gedrückt, vom einen zum anderen Ende der Welt!

    • Arvid Aegerter

      Ja mach das auf jeden fall. Skydive ist so geil. Und wie gesagt wirklich angst hat man nicht und wenn ich das sage dann heißt das ziemlich viel 😉

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