Surferinsel Bali

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Hallo ihr Lieben,

ich war nun also in Bali angekommen. Andere Sprache, andere Währung, andere Religion, andere Kultur. Aus Thailändisch wurde Indonesisch, aus Baht wurden Rupiah und aus Buddhismus wurde Hinduismus. Doch hauptsächlich war ich ja zum Surfen da.
Eingecheckt hatte ich in einem Hostel mit dem Namen Gandhi Hostel, welches am Rande der größten Stadt Denpasar lag. Es war mit Abstand das billigste, jedoch weiß man ja nie was einen erwartet, entsprechend hatte ich lediglich für die ersten vier Nächte gebucht. In den ersten Tagen wollte ich dann schauen, ob es ein anderes Hostel mit einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis gibt. Vor allem die große Entfernung zum Strand (8Km) hatten mich zu diesem Plan gebracht, schließlich kann man das nicht mal eben ein paar Mal am Tag laufen…
Um es vorweg zu nehmen, das Hostel habe ich bis zum Schluss nicht gewechselt.

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Gandhi Hostel

Nach der Ankunft erkundete ich ein wenig die nähere Umgebung, merkte schnell wie weit ich von den Touristenorten entfernt war (zum Glück!) und machte die ersten Erfahrungen mit der indonesischen Küche. Auch hier viiiel mit Reis und Hühnchen, perfekt 😀

Am ersten kompletten Tag, dem Sonntag (05.07.) machte ich mich mit dem Halbdeutschhalbungar Winzè auf zum Kuta Beach. Ich hatte mir dazu einen Scooter ausgeliehen. Die bekommt man ziemlich billig vom Hostel und nach ein paar Straßen hatte man dann auch langsam den richtigen Dreh raus. Das ich direkt anfing, mit Begleitung zu fahren, hat es nicht gerade einfacher gemacht 😉

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mein Scooter 🙂
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ich mit sexy Helm 😀
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Blick vom Gandhi Hostel über die Randgebiete von Denpasar

Der Kuta Beach ist wie der Name sagt der Strand an der Stadt Kuta. Diese gilt als DAS Touristenzentrum der Insel. Entsprechend machen auch viele einen Bogen drumherum, es sei denn man möchte abends weggehen oder mal ein wenig shoppen. Doch das Essen ist viel zu teuer (Touripreise halt) und überall hängen Touristen herum, da kann man auch an den Ballermann fahren.
Naja aber der Strand ist perfekt für Anfänger. Die Wellen haben eine gute Größe und es gibt mehrere Breaks (also die Wellen brechen mehrmals, was dazu führt, dass die großen Wellen weiter draußen brechen und dann näher am Strand beim weiteren Brechen kleiner sind, dadurch können sowohl Fortgeschrittene als auch Anfänger dort surfen).
Einziges Problem: Wenn ein Strand zu perfekt ist, dann sind da auch entsprechend viele Leute. Da muss man dann beim Surfen aufpassen, dass man die Vorfahrtsregeln beachtet, sonst kanns wehtun oder teuer werden (je nachdem ob du oder dein Brett kaputt gehen).

Montag bin ich dann direkt wieder surfen, diesmal zu einem anderen Strand, dem Changgu Beach, und diesmal mit der Belgerin Efy (keine Ahnung ob die wirklich so geschrieben wird 😀 ). Auch heute hatte ich mir wieder einen Scooter ausgeliehen.
Die Tatsache, dass Hostelmiete + Scooterausleihe billiger war als die Hostelmiete bei anderen Hostels, führte dazu, dass ich bis zum Ende in diesem Hostel blieb und mir beinahe jeden Tag einen Scooter auslieh. So gewöhnte ich mir auch ziemlich schnell die balinesische Fahrweise eines Scooterfahrers an: Wenn du mit deinem Scooter durchkommst, dann fahr auch durch! So schlängelt man sich also durch die Autos, fährt auf Bürgersteigen oder der Gegenfahrbahn.
Klingt gefährlich, ist es aber gar nicht unbedingt. Denn da es alle Scooterfahrer so machen, nehmen die Autofahrer darauf Rücksicht.
Übrigens gab es noch einen anderen Grund, weshalb ich das Hostel nicht wechseln wollte: Die Leute dort drin. Das Hostel wurde von einer Familie geführt bzw. die Angestellten zusammen mit der Familie waren selber wie eine große Familie. Und du warst sehr schnell selbst Teil dieser Familie. Es war das erste Hostel in meinen 10 Monaten Reisen, wo die Angestellten mich am ersten Abend schon mit meinem Namen begrüßten, wenn ich zur Tür herreinkam. Alle waren so meega nett und es war einfach eine tolle und fröhliche Familie. Das die Toiletten und Duschen manchmal nicht gingen, war ziemlich schnell eine kleine Randbemerkung geworden. Man fühlte sich einfach wohl dort 🙂

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Kuta Beach
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Sonnenuntergang 🙂

Doch zurück zum Changgu Beach. Den mussten wir erstmal eine Weile suchen, weil wir uns verfahren hatten. Doch zum Glück findet man immer irgendwo einen, der ein paar Sätze Englisch versteht und dir helfen kann. Dort habe ich dann mal ein etwas kleineres Board ausprobiert (umso kleiner umso anspruchsvoller), doch die Wellen an diesem Strand waren doch ein etwas anderes Kaliber an diesem Tag. Efy hat sich gar nicht mit ihrem Brett in die Wellen getraut und ich habe auch mehr Wasser geschluckt als das ich die Wellen geritten bin. Wenigstens gab es einen tollen Sonnenuntergang 🙂 . Auf dem Rückweg haben wir uns dann wieder verfahren, weil das Hostel wirklich sehr versteckt ist. Doch wir sind am Ende angekommen 😀

Da die Wellen am Changgu Beach etwas zu stark waren, bin ich seitdem nur noch zum Kuta Beach gefahren. So zum Beispiel auch am Dienstag, wo es ein paar tolle Wellen gab 😉

Doch immer nur surfen ist auf die Dauer auch anstrengend, daher beschloß ich am Mittwoch, nach drei Surftagen, mal einen Ausflug ins Landesinnere von Bali zu machen.
Zusammen mit Lisa aus Deutschland und meinem nun schon liebgewonnenen Scooter düste ich nach Norden mit dem Ziel, den Mount Batur zu besteigen.

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ländliches Bali
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Lisa 🙂

Auf dem Weg dorthin machten wir einen Halt bei tollen Reisterrassen in Tegalalang.

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Reisterrassen 🙂

Dann kamen wir später als gedacht im Norden der Insel beim Mount Batur an (ja die Insel ist so klein, dass man sie in wenigen Stunden von Süd nach Nord durchqueren kann, Durchmesser etwa 110Km, wobei Scooter natürlich nicht so schnell fahren wie Autos).
Doch unser Plan, den Gipfel des Vulkans auf eigene Faust zu erkunden, fand ein jähes Ende, als wir nach einem abenteuerlichen Weg durch Vulkanlandschaft an einem Schild ankamen, welches das Betreten ohne Guide von der Regierung verbat. Und der Guide kostete natürlich Geld. Hinzu kam leider, dass die Spitze des Vulkans in eine Wolke gehüllt war und es schon deutlich später war, als wir geplant hatten. Daher entschieden wir, lieber den Blick auf den angrenzenden See zu genießen und den Vulkan zu umfahren und auf eine Besteigung zu verzichten.

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Blick auf den See mit Berg im Hintergrund, Rücken zum Mount Batur
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der Mount Batur
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nochmal der See mit Berg 😀

Bei einem Fotostopp begegneten wir einer Gruppe Balinesen, die so von uns begeistert waren, dass sie eine Menge Fotos mit uns schießen wollten. Und nach jedem Foto wollte der Fotograf natürlich auch eins wo er drauf ist… da soll noch einer sagen die Chinesen sind fotoverrückt 😀

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Gruppe Balineser 😀
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ein Bild unserer kleinen Reisegruppe
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Spa in front of lake and mountain 😀 natürlich auf eine angenehme Wassertemperatur geheißt 😉
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mehr als handtellergroße Spinne
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letzter Blick auf den See

Beim Umfahren des Vulkans kamen wir auf der Rückseite durch richtig ländliches Gebiet. Bauern auf den Feldern, einfache Hütten und Kinder die auf der Straße vor Freude rumhüpften, wenn wir vorbeigekommen sind 🙂 Hier sah es tatsächlich genauso aus, wie in den Dokumentarfilmen über Indonesien. Von einem Touristen fehlte jede Spur.

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Gasse im einzigen größeren Ort
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Hahn 😀
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Vulkangestein

 

Langsam wurde es dann dort auch kühl. Wir hatten nur unsere Tshirts dabei und bei über 1000m Höhe (in dieser Höhe war der See und die Orte um den Vulkan herum) wirds am Abend dann auch mal kühl 😀
Doch da wir ja nach unten gefahren sind, wurde es schon bald wieder wärmer und als wir in der Nacht in Denpasar ankamen, war die stehende Wärme wieder da.

Nach diesem ereignisreichen Ausflug gings die nächsten Tage direkt wieder an den Kuta Beach surfen. Das war ja schließlich die Hauptaktivität in Bali 😀
Hierbei ist mir dann allerdings etwas Unerfreuliches passiert. Durch meine Unaufmerksamkeit ist mir mein Handy am Strand naß geworden. Das zu dem Zeitpunkt aktivierte Handy war nun schlagartig tot. Nachdem ich das Handy zusammen mit dem britischen IT-Spezialisten Pierro (der zu meinem Glück gerade in dem Gandhi Hostel verweilte) komplett in seine Einzelteile zerlegt hatte (selten so kleine Schrauben gesehen 😀 ), fanden wir eine Platine, welche durch einen Kurzschluss durchgebrannt war. Die Erkenntnis: Schrott.
Da ich das Handy hier als Navi brauche und auch überhaupt nur über mein Handy kommuniziere, außerdem die Preise hier deutlich billiger sind als in Deutschland, kaufte ich mir kurzerhand ein neues. Nun bin ich also mit neuem Handy unterwegs…

Samstag dann mal wieder eine kleine Kulturabwechslung. Ich machte mich auf in den Süden der Insel, erkundete den Strand an der Ostküste (der Strand in Kuta liegt an der Westküste) und war pünktlich zum Sonnenuntergang beim Uluwatu Tempel im Westen des südlichen Teils der Insel.

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was die Leute an dem Paddeln im Stehen finden weiß ich auch nicht 😀
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Strand an der…
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…Ostküste von Bali
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Palmen everywhere 🙂
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typisches Bild am Straßenrand: Benzin für Scooter!
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enge Gassen in den Orten
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Fussballplatz in Bali 😀

 

Doch wie so oft auf dieser Insel, geht die Sonne einfach unter. Keine tollen Wolken die für ein spektakuläres Sonnenuntergangsbild sorgen…

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Affen gibts hier auch ziemlich oft
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Affe beim Sonnenuntergang
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Sonnenuntergang
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Uluwatu Tempel
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Klippen 🙂
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nochmal der Uluwatu Tempel, diesmal von der anderen Seite
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Ich am Uluwatu Tempel, im Hintergrund die Ostküste im Süden Balis

Dafür ist es soo warm, dass man selbst mitten in der Nacht noch gemütlich am Strand sitzen kann…

Der vorerst letzte Tag auf Bali war dann der Sonntag (12.07.), wo wir zu sechst (alle aus dem Hostel) einen lustigen Surftag am Strand machten.

Warum der vorerst letzte Tag?
Lisa und ich hatten beschlossen, die eher untouristisch, dafür aber landschaftlich umso schönere Nachbarinsel Lombok zu erkunden. Dies würde einige Tage in Anspruch nehmen, außerdem wollten wir auch einen Blick auf die bei Balitouristen so beliebten Gili-Inseln werfen, die sich im Nordosten der Insel befinden.

Doch wie unser mehrtägiger Scooterroadtrip auf Lombok war, erfahrt ihr im nächsten Artikel,
bis dahin alles Gute,

euer Arvid

PS: Für alle Geldinteressierten: Hier in Bali ist es ganz einfach Millionär zu sein. Denn die Umrechnung beträgt 1Euro=15000Rupiah 🙂
Warum die letzten drei Nullen nicht einfach weggelassen werden verstehe ich nicht, da man mit 1000Rupiah eigentlich nichts anfangen kann, geschweige denn, dass du die Hunderter brauchst…

PPS: Für alle die es in den Nachrichten gesehen haben: „Vulkanausbruch, tausende Touristen sitzen auf Bali fest“. Grund für diese Meldung war der Vulkanausbruch auf der Nachbarinsel Java, dessen Aschewolke den Flugverkehr in Bali einschränkte.
Ohne die Nachrichten hätte es bei uns in Bali übrigens niemand mitbekommen…

PPPS: Und wieder war das nur ein winziger Auszug aus einer neuen anderen Kultur. Wie auch bei Thailand gilt: Wer mehr wissen möchte, einfach nachfragen 😀

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