Adventszeit – Sommer, Sonne, Arbeit

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Weihnachtsmütze 😀

Hey ho,
es ist Adventszeit und damit Zeit für Adventslieder, Kerzen und Räuchermännchen, für Plätzchen backen und im gemütlichen Wohnzimmer der Kälte entfliehen.
Doch dieses Jahr ist alles anders.
In Neuseeland bedeutet Adventszeit, dass es jeden Tag wärmer wird, man den beginnenden Sommer genießt und albernen Plastikweihnachtsschmuck an den Straßen aufhängt.
Ihr merkt, nix mit Weihnachtsstimmung. Vorallem die fehlende Kälte lässt das Ganze eher gekünstelt wirken. Trotz Lieder und Weihnachtsschmuck.
Man verbindet eben mit Weihnachten nicht nur einfach einen Weihnachtsbaum, sondern die ganzen schönen Traditionen und vor allem die Atmosphäre, die jeden Tag zu dieser Zeit herrscht.
So sind es noch 10 Tage bis Weihnachten und in Deutschland ist wohl jedes dritte Haus von oben bis unten mit Lichterketten geschmückt. Hier aber… Wozu Lichterketten, wenn die Sonne aufs Haus knallt? So vergehen die Tage und wenn nicht mitten in der Stadt ein Weihnachtsbaum stehen würde, würde man wohl kaum mitbekommen, dass ein Fest vor der Tür steht. Außerdem kann ich jeden Tag einen tollen Adventskalender von meiner Mutter aufmachen. Da hab ich mich rießig gefreut als der hier ankam. Meine Eltern sind einfach die Besten 🙂

So was läuft hier noch außer das die Weihnachtsstimmung zur Fahndung ausgeschrieben ist? Letztes Wochenende gab es am Samstag ein leckeres BBQ im Hostel, organisiert von einem Japaner, der das Hostel in dieser Woche verlassen hat. Außerdem gab es ein großes Fussballmatch am Sonntag, wo das halbe Hostel im nahegelegenen Park gespielt hat. Ach und hier haben sich einige eine PS3 aus der Videothek geliehen, da wurde ein großes Turnier mit 7 anderen im neuen Fifa15 gemacht 🙂

BBQ - jeder musste etwas tragen, was mit Weihnachten zu tun hat :-)
BBQ – jeder musste etwas tragen, was mit Weihnachten zu tun hat 🙂
Hafen in Napier
Hafen in Napier
Hawkes Bay am Pazifik
Hawkes Bay am Pazifik
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nochmal Hawkes Bay
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Blick über Napier
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Straße in Napier
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nochmal ne Straße am Abend 😀

Wie ging es dann weiter? Wir hatten ja nach Jobs gesucht und wollten, wenn sich nix ergibt, ab Dienstag (also 09.12.) wwoofen gehen. Leider hat das mit dem Wwoof-Platz nicht ganz so geklappt wie geplant, sodass wir erst ab dem 16.12. eine Zusage fürs Wwoofen bekommen haben. Also mussten wir definitiv schonmal eine weitere Woche im Hostel bleiben.
Unsere Aussicht also, eine weitere Woche im Hostel, dann wwoofen gehen.
Doch wie ich am Ende des letzten Artikels geschrieben habe, es kann sich von einem Moment auf den anderen alles ändern.
So waren wir am Sonntagabend in der Küche und hatten überlegt, ob der Hostelchef nicht noch ein Auto hat, welches er uns leihen könnte. Wir hatten nämlich gehört, dass andere sich eins von ihm leihen. Da kam zufällig der Chef vorbeigelaufen, woraufhin wir ihn fragten. Seine Antwort: Nein, ein Auto habe er nicht, aber wenn wir wollen, er hätte einen Job für uns.
Da waren wir natürlich ziemlich überrascht. Am Montag hielten wir dann Arbeitsverträge in der Hand und Dienstag in aller Frühe ging es dann los, ohne zu wissen wo es hinging, geschweige denn was wir arbeiten werden. Die Fahrt führte uns auf ein Vineyard, wo wir vier Stunden lang Weinpflanzen bearbeiteten, hauptsächlich indem wir die unteren Blätter abrupften. Die Annahme, es werde nach Zeit bezahlt und man könne in Ruhe arbeiten, stellte sich am Ende als Falsch herraus. Es wurde nach geschafften Pflanzen bezahlt und dementsprechend waren wir zu langsam gewesen. Der erste Eindruck, den wir hinterlassen haben, war also schonmal nicht der Beste (Denn wenn du weniger schaffst als der Mindestlohn, dann muss der Chef draufzahlen).
Außerdem konnten wir nur 4 Stunden arbeiten, zu wenig für einen längerfristigen Job.
Doch wieder einmal wurden wir überrascht. Am Dienstagabend sagte uns der Chef, das wir am Mittwoch nicht auf dem Vineyard, sondern in einer bottle factory arbeiten werden, also wo die Weinflaschen sortiert und etikettiert werden und so… und zwar die Nachtschicht… 12 Stunden von 16.30-4.30 Uhr (wobei nur 11.5 bezahlt werden da wir eine halbe Stunde „Mittagspause“ haben, wobei eigentlich eher „Abendbrotpause“ 😀 )
So blieben wir am Dienstag bis spät in die Nacht auf, um den halben Mittwoch zu verschlafen und dann die Nachtschicht anzutreten. Diese stellte sich als lange, aber null anspruchsvolle Arbeit herraus. Die meiste Zeit stellt man Flaschen aufs Laufband oder vom Laufband herunter. Also wirklich reine Fließbandarbeit.
Zwischendurch habe ich mal gefühlte 5 Millionen Flaschen aufgedreht, die Max aufs Band gestellt hat, wobei nicht wirklich aufgedreht, sondern nur den Verschluss gelockert, ihr wisst schon wenn ihr eine Flasche öffnen wollt, dann ist die erste Drehung schwer, danach kann man sie einfach aufdrehen. Da steh ich also am Band und lass eine Flasche nach der anderen auf“knacken“. Und ja, das ist genauso spannend und abwechslungsreich wie es sich anhört 🙂
Aber wir konnten 12h arbeiten und haben endlich mal etwas Geld verdient. Der Mindestlohn (mehr bekommt man fürs rumstehen auch nicht 🙂 ) liegt übrigens bei ungefähr 13NZ$ (also nach Abzug der Steuern, entspricht etwa dem deutschen Lohn von 8,irgendwas €).
Am Donnerstag konnten wir dann die nächste Nachtschicht arbeiten, also um fünf ins Bett, bis um zwölf schlafen, dann frühstücken und Brote schmieren und 15.45Uhr dann wieder los in die Fabrik. So konnten wir innerhalb von 2 Tagen 24h arbeiten. Ich muss zugeben, soviel habe ich noch nie innerhalb von 48h gearbeitet.
Aber es ist gutes Geld und bis auf die Rückenbelastung bei einigen Arbeiten ist man eher gelangweilt als überanstrengt.
Aber zum Glück muss ich ja nicht alleine arbeiten, sodass ich mich immer mit anderen unterhalten kann und die Zeit dennoch schnell vergeht 😉

Da es nur 4 Nachtschichten pro Woche gibt (also ne 48h Woche), ist Freitag bis Sonntag frei. Wir hoffen dann am Montag weiter in der Fabrik arbeiten zu können, ist nämlich stark abhängig davon, wieviele Leute gerade gebraucht werden. Und das erfährt man leider immer erst sehr kurzfristig.
Das Wwoofen ab dem 16. haben wir übrigens abgesagt, weil wir nun etwas Geld verdienen können und dies auch nutzen wollen.
Naja mal sehen, es kann sich ja jeden Augenblick alles ändern 😀

Damit euch einen schönen dritten Advent,

euer Arvid

 

PS: Fotoshooting auf dem Bluff Hill in Kombination mit Bildeffekten meines Bildprogramms 😀

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Danke an Fotograf Christopher!

4 Antworten

  1. Hannah Aegerter

    Schön zu sehen, dass man nicht als einzige die Weihnachtszeit vermisst. Das Nikolausmützen-Bild kommt mir sehr bekannt vor. Auch hier ist es doch eher verdreht, mit T-Shirt im geschmückten Supermarkt einkaufen zu gehen.
    Cool, dass ihr jetzt diesen “aufregenden“ Job in der Weinfabrik habt. Ich drück die Daumen, dass ihr weiterhin dort bleiben könnt.
    Schönen 3. Advent Bruderherz! 🙂

  2. Stephan

    Ist ja witzig, da hatten wir am vergangenen Mittwoch exakt dieselbe Beschäftigung. Auch ich habe an meinem Geburtstag stundenlang Flaschen aufgedreht, bis unser Warenlager leer war. Früh am nächsten Morgen bin ich dann ins Bett gekippt.
    Nur mit der Bezahlung hat das bei mir nicht so gut geklappt. Da können wir echt noch was von den Neuseeländern lernen.

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