das Leben geht weiter

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Hallo ihr Lieben,

jetzt ist schon wieder so schnell die Zeit vergangen und ich möchte euch berichten, was so in den letzten Wochen passiert ist.
Zunächst noch kurz etwas, was ich beim letzten Mal vergessen hatte. Mich hat die tolle Nachricht erreicht, dass ich Onkel werde. Da bin ich immer noch ganz aus dem Häuschen 😀 An dieser Stelle nochmal alles Gute an Vera und Kilian für die kommende Zeit.

Die dritte Januarwoche endete mit einem Kinobesuch am Sonntag (18.01.). Wir gehen hier ehrlich gesagt gar nicht so selten ins Kino, es war unser dritter Kinobesuch hier in Neuseeland und ein vierter hat sich mittlerweile dazugesellt. Naja auf jeden Fall waren wir im letzten Teil des Hobbit. Da die Filme komplett in Neuseeland gedreht wurden (also auch die Filmstudios sind hier soweit ich das mitbekommen habe), haben sich die Produzenten, Schauspieler und die gesamte restliche Filmcrew bei den Neuseeländern bedankt. Und zwar in Form eines Kurzfilmes, der vor dem Kinofilm im Kino lief und exklusive Makingof-Ausschnitte zeigt und die Schauspieler zu Wort kommen lässt, ihre Gedanken zum Land, den Leuten und der Landschaft. Es hat also selbst im Kino Vorteile, in Neuseeland zu sein 😀
Da es hier leider in den Kinos keine Nachos gibt, haben wir uns im Vorfeld Nachos mit Chilli con Carne überbacken, in Plastikdosen verpackt und mit ins Kino genommen.
Super Idee 🙂

Dann startete eine Arbeitswoche, in der wir drei Tagschichten hatten (Montag, Dienstag und Donnerstag). Mittwoch war ich auf dem Vineyard, da nicht genug Arbeit in der Weinfabrik war.
Dann kam der Freitag… Leider wieder nicht genug Arbeit in der Fabrik… also wieder raus aufs Vineyard.
Früh um Sieben sind wir dann gestartet, zu viert im Auto (neben uns dreien noch Fabian, ein Freund aus dem Hostel) und ich am Steuer. Nach der ersten Kurve kommt hier ein Kreisverkehr. Natürlich alles umgedreht im Vergleich zu Deutschland. Und da ist es dann passiert.
Ich habe einige Meter vor dem Kreisverkehr die Zufahrten abgecheckt, kein Auto weit und breit, dann sauste von links ein Van herran, der wohl noch versuchte, vor mir in den Kreisverkehr zu kommen. Und während ich also im Augenwinkel auf den Van achtete, war ich einen Moment unaufmerksam und verpasste, noch ein zweites Mal vor dem Einfahren in den Kreisverkehr die rechte Zufahrt abzusichern. Von dort war nämlich in diesem Moment eine ältere Dame auf ihrem Scooter (so eine Art Moped oder so) mit recht hoher Geschwindigkeit in den Kreisverkehr eingefahren. Ich also mit langsamer Geschwindigkeit rein, Scooter konnte nicht mehr ausweichen, knallte gegen das Vorderteil des Autos und die Dame sauste wie ein Stuntman in den besten Jahren quer über die Motorhaube auf die andere Seite des Autos. Krankenwagen gerufen, Polizei wurde herrangeholt und der Schaden analysiert. Doch wir hatten sehr viel Glück im Unglück. Der Dame ist wie durch ein Wunder fast nichts passiert (wenn man von Schürfwunden am Bein mal absieht) und selbst der Scooter war noch fahrtüchtig. Auch das Auto hatte neben Beule, Schramme und kaputtem Plastik keinen nennenswerten, also technischen Schaden davongetragen. Der Polizist hat dann gemeint, das gäbe NZ$150 Strafe für das Nicht-Geben der Vorfahrt. Nach einer Versicherung oder sowas wurde nicht gefragt, keiner (nicht mal die Dame selber) kam auf die Idee, ich müsse den Schaden am Scooter bezahlen. Naja dann eben nicht.
Nach etwa zwei Wochen kam dann im Hostel auch ein Brief der Polizei an, Strafe wie angekündigt, also etwa 100€. Damit hatte sich die Sache erledigt.
Witzigerweise haben wir die Dame nur wenige Tage nach dem Unfall wieder gesehen, auf dem gleichen Scooter ist sie an uns vorbeigefahren. Ob sie uns erkannt hat?
Auf jeden Fall sind wir nochmal mit dem Schrecken davongekommen und sind sehr froh, dass nichts weiter passiert ist.
Gearbeitet haben wir dann übrigens noch an diesem Tag, nur etwas später angefangen…
Abends gings dann in eine Bar hier in der Nähe, ein wenig den Tag vergessen, der in der Tat zu den schlechtesten meiner Neuseelandzeit gehört.
Am Samstag (24.01.) wurde dann gemütlich ausgeschlafen. Als dann fast alle aus dem Hostel irgendwie unterwegs waren, hab ich mich mit Lea spontan in unser Auto gesetzt und bin auf den Te Mata Peak gefahren, der höchste Punkt hier in der Gegend. Bei sonnigem und klarem Wetter kann man bis nach Napier schauen.
Erst oben ist mir aufgefallen, wie hügelig eigentlich die Landschaft ist, in der wir uns schon seit über zwei Monaten aufhalten (OMG schon so lange???)

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Im Hintergrund die Hawkes Bay und hinten links Napier
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toller Blick nach Süden
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ob der mächtige Baum manchmal einsam ist?
was für eine Landschaft
was für eine Landschaft

 

Abends gab es dann wieder eine Mottoparty. Diesmal eine mexikanische, bei der sich jeder einen Schnurrbart (sogenannten Moustache) anmalen, rasieren oder sonst wie besorgen sollte.
Da ich ja auf dem Te Mata Peak war, hatte ich mir eigentlich gar keine Gedanken dazu gemacht, wie ich abends einen Schnurrbart haben werde.
Diesmal aber hatten Max und Christopher mitgedacht. Sie hatten billige Schnurrbärte zum Ankleben gekauft und waren bei der Party fröhlich und mit viel Alkohol dabei. Es wurde ein richtig lustiger Abend 😀

Gangster :D
Gangster 😀

Die folgende Woche war leider wieder nicht komplett mit Arbeit gefüllt. Wieder konnten wir nur Montag, Dienstag und Donnerstag voll arbeiten, Mittwoch sogar gar nicht und am Freitag sind wir um 4.30Uhr angetanzt, nur um nach einer Stunde wegen fehlender Arbeit nach Hause geschickt zu werden. Angeblich ist irgendeine Lieferung nicht gekommen oder irgend sowas. Naja, wenigstens haben wir noch jeder zwei Flaschen Wein in die Hand gedrückt bekommen, sozusagen als Entschädigung. Hab aber nur eine davon selbst getrunken, weil die andere Rotwein war und ich Rotwein eher nicht so mag. Im Gegensatz zu dem Weißwein hier 😀

Das Wochenende war dann sehr entspannt und gechillt, gemacht habe ich eigentlich nicht so viel 😀 Natürlich versucht, noch ein wenig Zeit mit Lea zu verbringen, da diese Mitte der nächsten Woche abreisen wollte. Sie war schließlich bereits seit drei Monaten in Hastings und hatte genug gearbeitet, um die restliche Zeit zu reisen. Nachdem sie einige Male ihre Abreise nach hinten verschoben hatte, war es nun an der Zeit, einige Zeit getrennte Wege zu gehen. So ist das Backpackerleben nun mal, dafür ist die Zeit in Neuseeland auch viel zu kostbar, man sollte versuchen, soviel zu reisen wie es nur eben geht.
Dann fing Montag die Arbeit wieder an… nur nicht für mich. Am Montag konnten nur zwei von uns in die Fabrik und ich meldete mich freiwillig, einen Tag frei zu machen. Dafür waren dann der Dienstag und der Mittwoch mit 12h Schichten gefüllt. Der Donnerstag war dann etwas kürzer, da am Freitag keine Arbeit war aufgrund des neuseeländischen Feiertages. Am sogenannten Waitangi Day wird der Gründung Neuseelands am 06. Februar 1840 gedacht.
Am Donnerstag hieß es dann auch Abschied nehmen. Schon am Sonntag waren viele Leute abgereist und nun, wo auch Lea und einige andere noch abgereist sind, zerfällt die familiäre Gemeinschaft. Denn nun sind fast alle Tschechen weg, die meisten der anderen tollen Leute auch und wenn am Montag auch noch die zwei Magdeburger Mädchen fahren, dann schrumpft die Gemeinschaft auf wenige Leute zusammen. Es sind zwar einige Neue angekommen. Aber es ist eben einfach nicht mehr dasselbe.

Den Feiertag hab ich dann im Bett verbracht und abends mit einer Movienight abgeschlossen.
Gestern, also am Samstag (07.02.) sind wir dann das vierte Mal im Kino gewesen. Diesmal stand Kingsman auf dem Programm. Mein Versuch, an süßes Popcorn zu kommen, indem ich das neutrale aus dem Supermarkt (also so eins für die Mikrowelle) einfach mit Zucker süße, ging leider in die Hose. Mal sehen ob ich hier mal einen Kinofilm mit ordentlichem Popcorn schauen kann. Das salzige geht nämlich gar nicht :/

So heute ist Sonntag, keine Ahnung was noch ansteht, wahrscheinlich werden wir baden fahren oder so. Heiß genug ist es ja 😀

Damit liebe Grüße an die Bibbernen in Deutschland und die Schwitzenden in Neuseeland,
euer Arvid

PS: In der einen Woche hatten wir ja tatsächlich mal eine perfekte Woche, also 54 Stunden in der Weinfabrik. Für alle Zahlenfreunde unter euch:
Um das Geld, was ich in dieser Woche verdient habe (bissl über 430€), selber zu verdienen, benötigt der Fussballer Cristiano Ronaldo gerade einmal 13 Minuten. 😀

5 Responses

  1. Stephan

    Hallo Arvid,
    da ich gerade aus der Sauna komme, kann ich den Vergleich zwischen Bibbernden und Schwitzenden nicht bestätigen, zumal es hier echt mild ist.
    Tolles Bild mit den Schnauzbärten- die drei Busfahrer- steht Dir und macht Dich zu einem echten gestandenen Weinbauern- zu einem, der als Entschädigung fürs Nichtarbeitenmüssen-Häh?- zwei Flaschen Wein erhält.
    Irgendwie krass andersrum da unten.
    Morgen und Sonntag werde ich wieder mit Deinem Patenonkel musizieren, freu mich drauf.
    Sei lieb gegrüßt.
    Stephan

  2. Anna

    Haha das bild mit der gangster sieht witzig aus !
    der Schnauzer steht dir !!!!!
    😉
    Anna

  3. Dorothea

    Lieber Arvid,

    vielen Dank für alle Bilder und Berichte, die wir immer sehr gerne lesen. Alles sehr spannend – da schließe ich mich Peter an. Toll, dass es mit dem Arbeiten soweit doch ganz gut klappt.

    Uns geht es soweit sehr gut.

    So grüßen wir dich ganz ganz lieb, deine DFN

  4. Peter Gümbel

    Lieber Arvid, gibt es vielleicht in Neuseeland echte Zombies? Der Bericht von der älteren Dame auf dem Moped macht den Eindruck. Dann würde sich auch erklären, warum man die Hobbit-Filme auf Neuseeland gedreht hat. Die Schlachtszenen machen für mich viel mehr Sinn, wenn ich mir vorstelle, dass man als Schauspieler Zombies zur Verfügung hatte.
    Viele Grüße
    Peter

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