Wellington

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Hallo ihr Lieben,

heute gehts um die gesamte letzte Woche auf der Nordinsel, nehmt euch also genug Zeit, denn es wird wohl etwas lĂ€nger 😀

Es ging nun also endlich Richtung Wellington, der großen Hauptstadt Neuseelands. Wobei wirklich groß ist sie eigentlich nicht, zwar die zweitgrĂ¶ĂŸte Stadt Neuseelands, aber das heißt ja noch nicht so viel. Obwohl, wer viermal so groß ist wie Cottbus, MUSS eine Weltstadt sein, schließlich ist ja Cottbus schon eine 😀
So also am Montag (20.04.) ging es von dem Hotel aus Richtung SĂŒden. Die erste Station war Taihape. Dort gibt es eine Gummistiefelarena. Die NeuseelĂ€nder sind nĂ€mlich sehr stolz auf ihre Gummistiefel, gumboots genannt. Sie werden als Allheilsmittel bei jeglicher Wetter- oder UntergrundverĂ€nderung eingesetzt. Dementsprechend gibt es zu den geliebten Stiefeln nicht nur einen eigenen gumbootssong (wer Lust hat, kann den ja mal bei youtube suchen, ist schon echt witzig 🙂 ), sondern auch noch passend einen Sport dazu. NĂ€mlich Weitwurf. Und natĂŒrlich wurde dafĂŒr extra eine „Arena“ gebaut 😀 Hier haben wir alle selber mal ausprobiert, einen Gummistiefel zu werfen. Man dreht sich wie ein Diskuswerfer und lĂ€sst dann los. Fand mich gar nicht so schlecht, auch wenn ich vom Weltrekord noch ein kleines StĂŒckchen weg war… aber nur ein kleines 😉

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Gumboot „Arena“

Dann gab es einen kleinen Lunchstopp in Bulls und einen Spielstopp in Levin. Eigentlich sollte es hier nur eine Toilettenpause geben. Aber die Bemerkung unseres Reiseleiters, wir könnten ja mal auf dem Spielplatz in der NĂ€he vorbeischauen, artete in einer Spielstunde aus. Es war einer der coolsten SpielplĂ€tze, die ich je gesehen habe, mit so ungefĂ€hr jedem SpielgerĂ€t, was man sich auf einem Spielplatz wĂŒnschen kann. Auch Hamsterrad, Seilbahn und Fitnessparcour waren vor Ort. Ein genialer Spielplatz fĂŒr groß und klein mitten in einer winzigen, unbedeutenen Stadt. Tja so ist das hier halt 😀

Am Nachmittag kamen wir dann auch endlich in der Hauptstadt an. Doch fĂŒr lange StadtausflĂŒge hatte ich an diesem Tag keine Zeit mehr. Denn nach einem leckeren Mittag stand zum ersten Mal in Neuseeland richtiges Tischtennis auf dem Programm. Denn im Gegensatz zu Hastings gab es in Wellington einen großen Tischtennisverein. Der lag zwar etwas außerhalb, auf der anderen Seite der Bucht, war aber mit dem Bus gut zu erreichen. Von dort hatte man zu abendlicher Stunde auch einen schönen Blick auf die Lichter der Stadt.

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Wellington…
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…bei Nacht

Und dann konnte ich auch tatsĂ€chlich spielen. Nach ĂŒber 7 Monaten Pause konnte ich endlich wieder der schnellsten Ballsportart der Welt nachgehen. Zumindest fĂŒr fast vier Stunden an diesem Abend. Nach anfĂ€nglicher Steifheit kam ich auch wieder ziemlich schnell rein und war ĂŒberrascht, wie schnell ich zu alter Form fand und hatte dann auch am Ende richtig gute Spiele gehabt. Da mir die Pause scheinbar weniger zu schaffen gemacht hat als gedacht, habe ich nun ĂŒberlegt, an einem der großen neuseelĂ€ndischen Turniere teilzunehmen. Aber alles zu seiner Zeit!

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Tischtennishalle 🙂

Nach dem Training landete ich wieder in der Innenstadt. Ich schaute bei der ein oder anderen Bar vorbei, allerdings waren meine Mitreisenden wohl schon ins Bett gegangen, denn ich konnte keinen mehr von ihnen finden. Was auch nicht allzu ĂŒberraschend war, schließlich war regulĂ€r nur eine Nacht in Wellington geplant, am sehr frĂŒhen Morgen (7 Uhr einchecken) sollte es dann mit der FĂ€hre auf die SĂŒdinsel gehen.
Da ich aber die Gelegenheit auf Tischtennis nutzen und auch am Donnerstag zum Training gehen wollte (außerdem ist ein Tag in der Hauptstadt viel zu kurz!), verlĂ€ngerte ich meinen Aufenthalt bis Freitag und konnte daher am Dienstag ausschlafen. So irrte ich also etwas planlos gegen Mitternacht durch die Stadt, bis ich die geniale Idee hatte, meinen Plan, auf den Mount Victoria (einem Berg in der Stadt) zu steigen, bereits jetzt schon umzusetzen. Schließlich muss der Anblick der Stadt bei Nacht doch atemberaubend sein. Also machte ich mich auf den Weg und kam etwa eine Stunde spĂ€ter oben auf dem Berg an. Und tatsĂ€chlich, es hatte sich gelohnt.

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einfach planlos durch die Stadt
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blau leuchtende BrĂŒcke
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Blick auf Wellington bei Nacht, vom Mt. Victoria

Entsprechend lange schlief ich am Dienstag aus und relaxte eigentlich den ganzen Tag, sortierte Bilder und schrieb in meinem Blog. Das dauert nĂ€mlich auch immer einige Zeit, vor allem das Aussortieren der Bilder, weil ich doch ziemlich viele Bilder mache, die ich aber unmöglich alle zeigen kann. Deshalb bin ich auch zurzeit etwas im Blog hinterher, denn es ist die letzten Tage so viel passiert, worĂŒber ich euch berichten muss, am Ende werde ich auch einen kleinen Ausblick geben. Aber ich komme zurzeit einfach zu selten dazu, etwas zu schreiben, geschweige denn das ich genug Internet habe, die Bilder hochzuladen. Aber keine Angst, es wird auch demnĂ€chst wieder etwas ruhiger und dann werde ich euch von all den tollen Orten berichten, die ich gerade besuche.

der stand im Informationscenter rum :D
der stand im Informationscenter rum 😀

Am Mittwoch bin ich dann sehr frĂŒh aufgestanden. Durch die Uhrumstellung in Neuseeland von Sommer- auf Winterzeit sind es jetzt nur noch 10 Stunden Unterschied zu Deutschland. Das hat leider zu Folge, dass mein Verein Bayern MĂŒnchen nun morgens 6.45 Uhr mit seinen Spielen beginnt. Es stand das ViertelfinalrĂŒckspiel in der Championsleague gegen den FC Porto an, welches ich im Liveradio eindrucksvoll mitverfolgen konnte (Endstand 6:1).
Dann hab ich mir mal Wellington bei Tag angeschaut. Also eigentlich wusste ich nicht genau, wo die Highlights sind und hab mich an eine GruppenfĂŒhrung rangehangen. Also nur von Ferne, damit ich nicht höre, was erzĂ€hlt wird. Hatte ja schließlich nicht bezahlt 😉 . Aber ich wollte die gleiche Route wie sie laufen. Also immer gewartet und dann hinterher. Als es dann vom Hafen in die Stadt ging, war ich etwas unaufmerksam und hab die Gruppe verloren. Na egal, hab mir dann die Straßen auf eigene Faust angeschaut.

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schwebender Ball aus Farnen
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die blauleuchtende BrĂŒcke bei Tag
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Skyline von Wellington 😀
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Blick ĂŒber die Bucht

Und dann habe ich einen Bettler geĂ€rgert 😀 Ok vielleicht etwas gemein, aber ich konnte einfach nicht anders 😛
Und zwar ist folgendes passiert. Ich bin an einer Straße entlang gekommen, auf der ein Bettler mit 3 bzw. zwischendurch mit 4 BĂ€llen jongliert hat. Allerdings konnte er eigentlich nur einen Trick, also sturres hochwerfen und wieder auffangen (also schon jonglieren, aber halt keine KunstĂŒcke nebenbei oder so). Und das hat er jedem gezeigt, der vorbeikam und er wirkte wirklich sehr stolz darauf, mit 3 bzw. manchmal mit 4 BĂ€llen gleichzeitig jonglieren zu können. ZufĂ€llig kann ich das aber auch und da ich schon lange keine BĂ€lle mehr in der Hand hatte, hat es mich in den Fingern gejuckt, es mal wieder zu probieren. Also so getan, als wĂŒrde ich „zufĂ€llig“ vorbeilaufen und als er mir den Trick zeigte, einfach gefragt ob ich denn auch mal probieren könne und als ich dann beim jonglieren ‚oh‘ sagte, so als wĂ€re ich völlig ĂŒberrascht, wie einfach das wĂ€re, hat er mich glaube ich gehasst. Vor allem als ich ihm mitgeteilt habe, dass ich keine MĂŒnzen fĂŒr ihn habe (ich hatte tatsĂ€chlich keine dabei)…
ja ok es war nicht ganz die feine Art, aber es war schon irgendwie lustig 😀

 

360Grad Panorama im Herzen der Innenstadt
360Grad Panorama im Herzen der Innenstadt

 

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Straßen von Wellington

Dann bin ich weiter durch die Stadt gelaufen und dann ist mir etwas passiert, was wohl allen Wahrscheinlichkeitsmathematikern und Logikern Kopfzerbrechen bereiten wĂŒrde. Denn mir ist etwas passiert, was wohl unwahrscheinlicher ist als ein Lottogewinn. Ok zugegeben, nicht unmöglich, aber doch sehr nahe dran. Stellt euch vor, ihr habt ein paar Freunde in einem Land von der GrĂ¶ĂŸe Neuseelands (ok fĂŒr einige schwer vorstellbar Freunde zu haben, aber versucht es einfach 😛 ). Nun wisst ihr, das alle bis auf eine handvoll Leute auf der SĂŒdinsel sind, ihr seid auf der Nordinsel. Es gibt also nur etwa eine handvoll Leute, von denen ihr grad nicht wisst, wo sie sich aufhalten, die also tatsĂ€chlich noch auf der Nordinsel sein könnten. Nun gibt es ziiiiemlich viele Orte auf der Nordinsel, wo sich diese Personen aufhalten könnten. Nun wie hoch ist also die Wahrscheinlichkeit, mit einer dieser Personen in der selben Stadt zu sein, am selben Tag? Gut, wenn man das Ganze mal auf die grĂ¶ĂŸeren StĂ€dte beschrĂ€nkt, dann ist es schon noch wahrscheinlich. Nun stellt euch aber vor, ihr wollt in eine Straße abbiegen, entscheidet euch aber im letzten Moment aus einem GefĂŒhl der Lust herraus um und lauft doch eine andere Straße entlang. Wie wahrscheinlich ist es in der zweitgrĂ¶ĂŸten Stadt Neuseelands, nun an einem deiner Bekannten auf der selben Straßenseite wenige Zentimeter anneinander vorbeizulaufen? Wenn man die Anzahl der Straßen in Wellington, die möglichen Zeitpunkte und Laufrichtungen einkalkuliert, ist es ein Ding der (fast) Unmöglichkeit, direkt auf jemanden zu treffen, den man gut kennt…
Naja zumindest war es Pierre, der Belgier, mit dem ich zusammen mit Rica im Hobbiton und Rotorua war und auch Weihnachten zusammen gefeiert habe. Finde ich bis heute immer noch unglaublich, das ich den getroffen habe, an seinem letzten Tag in Neuseeland…
Nach einem kurzen Plausch wollten wir uns eigentlich abends in der Stadt fĂŒr nen Bier treffen, aber daraus ist dann doch leider nichts geworden.

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Villa in der Innenstadt
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auch ein Kirchenbild darf nicht fehlen 😉

DafĂŒr bin ich am spĂ€ten Nachmittag noch fĂŒr eine Stunde ins Te Papa. Das ist das berĂŒhmte Museum von Wellington. Hier gab es seeeehr viel zu sehen, auszuprobieren und zu erleben. Macht sehr viel Spaß und ist nicht umsonst die Hauptattraktion Nummer eins in Wellington. So war ich in einem Haus, welches so durchgerĂŒttelt wurde, wie es beim letzten großen Erdbeben der Fall war. So konnte man ein Erdbeben live miterleben. Dass ich nur zwei Tage spĂ€ter in genau diesem Museum ein echtes Erdbeben der StĂ€rke 6.3 erleben sollte, ahnte ich zu diesem Zeitpunkt natĂŒrlich noch nicht. Weitere Highlights: Durch ein nachgebautes Waalherz klettern und die Unterwasserwelt Neuseelands mit 3D-Brille verfolgen.

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Te Papa Museum
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Dino
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Kiwi Vogel
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Maus
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Skelett von irgendwas großem 😀
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Meeresbewohner…
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…und deren Originalskelette
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Schwertwaal
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Hai und so
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nochmal nen Kiwi Vogel

Am Donnerstag war dann das geplante zweite Tischtennistraining. Diesmal war es vormittags und hat wieder sehr viel Spaß gemacht. Ich liebe es einfach, wie Sport die Menschen verbindet. Da wird man wie selbstverstĂ€ndlich aufgenommen, es wird gelacht, gequatscht und ĂŒber Tischtennis philosophiert. Sogar gegen einen ehemaligen WM-Spieler habe ich gespielt. Allerdings war er nicht mehr wirklich gut, aber fĂŒr einen 86-jĂ€hrigen doch noch enorm fit 😀

Blick auf Wellington bei Tag
Blick auf Wellington bei Tag

Dann hab ich mal einen Abstecher in den botanischen Garten gemacht.

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Auch Wellington ist nicht ebenerdig 🙂
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Blick vom botanischen Garten auf die Bucht
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die berĂŒhmte Cable Car Bahn
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nochmal Bucht
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Baum im botanischen Garten
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Wasserfall
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Rosengarten

Und ich bin bei herrlichem Wetter ein zweites Mal auf den Mount Victoria gestiegen, diesmal bei Tag.

 

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das ist die Hauptstadt

Dann bekam ich eine erfreuliche Nachricht. Ich hatte nÀmlich beim Tischtennistraining meine Trainingsjacke liegen gelassen. Da das nÀchste Training erst nach meiner Abfahrt aus Wellington war und die Halle bereits verlassen war, als es mir auffiel, hatte ich die Jacke schon fast abgeschrieben. Aber wie die NeuseelÀnder nun mal sind, wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt und ich bekam die Nachricht eines der TT-Kollegen, er hÀtte die Jacke und könne sie mir bringen. Mensch war ich happy! Doch am Treffpunkt, beim Warten auf meine Jacke, ist mir dann leider etwas seeehr Àrgerliches passiert. Mir ist meine Kamera kaputt gegangen.
Es war eigentlich schon fast abzusehen, da die Halterung der Tasche nicht sicher genug war. So ist mir also die Tasche samt Kamera herruntergefallen. Kein Ă€ußerlicher Schaden, aber nach einigem Rumprobieren musste ich feststellen, dass sie nicht mehr funktionierte, zumindest ließen sich keine Bilder mehr schießen. Oh man… da hĂ€tte ich lieber auf die Jacke verzichtet 🙁

Da ich aber zwei Tage spĂ€ter auf die SĂŒdinsel reisen wollte, also dem schönsten Teil des Landes, war es nicht vorstellbar, ohne Kamera loszuziehen. Also suchte ich am nĂ€chsten Morgen einen Fotofachmann auf, der mir erklĂ€rte, es sei womöglich die Linse oder etwas Ă€hnliches zersprungen, sicher könne er es aber nur sagen, wenn er die Kamera aufmachen wĂŒrde. Die Reperatur allerdings wĂŒrde sich wohl kaum lohnen. Also biss ich in den sauren Apfel und entschied mich dafĂŒr, eine neue Kamera zu kaufen. Leider ist der Preis in Neuseeland 1.5mal so hoch wie in Deutschland. Mir also eine gleichwertige Kamera zu kaufen kam aus finanzieller Sicht gar nicht infrage. Am Ende fand ich dann doch eine Kamera, mit deren Preis-Leistungs-VerhĂ€ltnis ich zufrieden war. FĂŒr die Leistung erschien sie mir schon fast zu billig. Aber gut fĂŒr meinen Geldbeutel. Leider war ich mit den Bildern bis zum Schluss nicht hundertprozentig zufrieden. Dass ich nun wieder tolle Fotos machen kann, ist einer unerwarteten Wendung in dieser Geschichte zu verdanken, die ich aber in einem der nĂ€chsten Artikel erzĂ€hle.

Nach dem Kamerakauf ging es ein zweites Mal ins Te Papa. Schließlich hatte ich bei weitem nicht alles gesehen gehabt. Es gab wieder viel zu erleben und zu entdecken. Große Bereiche waren speziell der Maori-Geschichte oder dem englischen Mutterland gewidmet. Auch eine große Ausstellung zum Krieg gab es, schließlich hat auch Neuseeland sich am Kampf gegen Hitlerdeutschland beteiligt (gehörte mit Großbritannien zu den ersten beiden LĂ€ndern, die Deutschland den Krieg erklĂ€rten, nachdem dieses in Polen einmarschiert war), außerdem gab es auch Kriege um Neuseeland selber. Leider habe ich diesen Teil der Ausstellung nicht geschafft, dafĂŒr reichte meine Zeit auch am zweiten Tag nicht. Aber ich komme ja nochmal wieder nach Wellington.

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Shrek, ein neuseelĂ€ndische Schaf, was durch seine Wollproduktion berĂŒhmt wurde
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Boot 😀

WĂ€hrend ich also so in diesem Museum war, kam ich an einem Ort vorbei, wo mithilfe von Scheinwerfern Schatten von BĂ€umen auf den Boden projeziert wurden. Der Sinn dahinter war das Simulieren eines Waldes, weil man hier den neuseelĂ€ndischen Vogelstimmen lauschen konnte. Als ich dann diesen Ort betrat, begannen auf einmal alle Schatten sich zu bewegen und mir wurde ganz schwindelig. Habe gedacht ‚meine GĂŒte, da wird einem ja ganz schwindelig bei so viel Bewegung, man hat fast den Eindruck, das ganze Haus wackelt‘. Doch ich hatte das Ganze fĂŒr eine absichtliche technische Spielerei gehalten. Als ich dann einige Minuten spĂ€ter in einem anderen Raum war und die Aufsichtsdame uns fragte, ob wir auch gerade das Erdbeben gespĂŒrt hĂ€tten, war ich erst ganz verdutzt. Denn von einem Erdbeben hatte ich nix mitbekommen. Als dann auch meine Freunde per Whatsapp aus den verschiedensten Teilen der SĂŒdinsel schrieben, sie hĂ€tten es auch gespĂŒrt und dann auch die Nachricht kam, es hĂ€tte ein Erdbeben der StĂ€rke 6.3 auf der SĂŒdinsel gegeben, welches bis auf die Nordinsel zu spĂŒren war, wurde ich doch stutzig. Dann beschlich mich ein Verdacht und ich kehrte in den Raum mit den Vogelstimmen zurĂŒck. Und siehe da, dieses Mal blieb er regungslos. Ich kam spĂ€ter noch ein weiteres Mal zurĂŒck, aber auch dieses Mal keine Bewegung. So hatte ich also ein Erdbeben mitbekommen, ohne es als solches wahrzunehmen. Naja, war auf jeden Fall mal eine interessante Erfahrung 🙂
Achso von einer Sache im Te Papa muss ich euch noch berichten. Denn ich kam in den Genuss, eine 3D-Simulationsbrille auszuprobieren. Das heißt, du setzt eine Brille auf und dann bist du in einer sehr realistischen 3D-Welt. Und alle deine Bewegungen werden direkt von der Brille umgesetzt, also du kannst dich richtig umschauen, deinen Kopf zur Seite drehen, wenn grad ein Tier an dir vorbeilĂ€uft oder einfach ĂŒber dir den Himmel betrachten oder so. Also als wĂŒrdest du tatsĂ€chlich in dieser anderen Welt sein. Sehr beeindruckende Technik. Dagegen sind PC-Spiele auf dem Bildschirm so realistisch wie StrichmĂ€nchenzeichnungen auf der Unterseite von RĂŒstzeitbetten.

Dann ging der letzte Tag in Wellington auch schon seinem Ende zu und ich versuchte, noch ein wenig Nightlife mitzunehmen, war mit drei Freunden (zwei deutschen MĂ€dels aus meinem Zimmer plus ein NeuseelĂ€nder aus Wellington) bei einer Lightshow (die aber ziemlich enttĂ€uschte), dann in einer Bar, versuchte mich beim Vietnamesen im StĂ€bchenessen und genoß den letzten Abend.

Am Morgen hieß es dann frĂŒh Aufstehen. Nicht nur weil ich um 7Uhr auf der FĂ€hre Richtung SĂŒdinsel sein wollte, vielmehr weil an diesem Morgen der ANZAC-Day „gefeiert“ wurde. Hier wird der Beteiligung Neuseelands, in Zusammenarbeit mit Australien (ANZAC=Australian and New Zealand Army Corps) am ersten Weltkrieg gedacht. Beide Staaten sendeten 1915 Truppen auf Schiffen nach Europa, landeten in der TĂŒrkei, schlachteten sich gegenseitig ab mit erheblichen Verlusten auf allen Seiten, bis sie sich wieder zurĂŒckzogen. Es ist also kein Feiern eines Sieges oder so, sondern vielmehr ein Gedenken der Opfer und vor allem ein Erinnern an die Schrecken des Krieges. Mit dem Leitspruch „Lest we forget“ („Damit wir nicht vergessen“). Diesem Nationalfeiertag wurde in der Hauptstadt besonders groß gedacht. Am Freitag, also dem Tag zuvor, gab es eine Parade, wo unter anderem Regisseur Peter Jackson anwesend war. Bei Tagesanbruch (5.30Uhr) gab es dann eine Gedenkveranstaltung, wo große Politiker aus Neuseeland, Australien und der TĂŒrkei zu den vielen tausend Leuten sprachen, die sich zu so frĂŒher Stunde auf den Weg gemacht hatten. Die StaatsoberhĂ€upter waren zu dieser Zeit ĂŒbrigens in der TĂŒrkei, um am Ort des Geschehens dem Ereignis zu gedenken.

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die Massen hinter mir…
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…und vor mir
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Worte der Politiker

Dann war es auch schon soweit, gegen 6Uhr am Samstag (25.04.) machte ich mich auf den Weg zum Hostel, packte meinen Kram und lief hinunter zum Hafen, wo ich dann die FĂ€hre betrat und Wellington verließ.

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auch in den Nebenstraßen war es voll
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Bye bye Wellington
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und bye bye…
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…Nordinsel

Nun bin ich also sicher und heil auf der SĂŒdinsel angekommen. Die Tage in Neuseeland haben bereits die 200-Tage-Marke ĂŒberschritten. Wahnsinn, wielange ich schon hier bin, das kommt einem noch gar nicht so lange vor.

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SĂŒdinsel, ich komme
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die SĂŒdinsel kommt nĂ€her
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langsam wurde auch das Wetter etwas besser
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Graslandschaften
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WĂ€lder
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nun ist es fast geschafft
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einfach…
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…noch…
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…die Landschaft und das Meer genießen
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Picton, die erste Stadt der SĂŒdinsel

Um euch schonmal ein bisschen was zu verraten, was in den nĂ€chsten Artikeln auf euch zukommt: Auf der SĂŒdinsel ist die Landschaft der HAMMER! Ihr könnt euch auf tolle Fotos freuen. Außerdem habe ich eine echten Gletscher besucht und bin bei 5Km Flughöhe aus einem Flugzeug ausgestiegen. Ihr könnt also gepannt sein.

Bis dahin alles Gute,
euer Arvid

  1. Hannah Aegerter

    Soviel wie du erzĂ€hlst und erlebt hast in Wellington … du könntest drei Wochen dort gewesen sein 😀
    Die Begegnung mit dem Typen an seinem letzten Tag klingt wirklich unwahrscheinlich. Aber ich habe das GefĂŒhl, dass du ohnehin ein HĂ€ndchen fĂŒr zufĂ€llige Begegnungen entwickelt hast, so oft wie du Leute aus bekannten Orten an Ende der Welt triffst 😉
    Bin sehr gespannt auf den nÀchsten Artikel und Bilder vom Skydiving!
    Ich bestaune deine Erlebnisse aus Kenia,
    Hannah

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